Sperrholz wird aus dünnen, kreuzverleimten Furnierlagen gefertigt. Neben dem kreuzverleimten Standardsperrholz ist eine Vielzahl von Sperrhölzern mit Spezialaufbau für spezifische Anforderungen der Endprodukte erhältlich. Die Nenndicke von Birken-und Fichtefurnier beträgt 1.4 mm. Bei dicken Nadelholzfurnieren von Nadelholzsperrholz kann die Furnierdicke im Bereich von 2.0 bis 3.2 mm liegen. Es wird immer eine ungerade Anzahl von Furnieren gepresst, damit ein gleicher Verlauf der Maserung auf den äußeren Lagen entsteht. Durch die Schichten, Hitze und hohen Druck entsteht ein hochfestes und stabiles Sperrholz. Ab 12 mm Stärke und mind. 5 Lagen wird das Sperrholz als Multiplex bezeichnet.

Sperrholzplatten mit Melaminlaminatbeschichtung. Ein phenolharzimprägnierter Film wird mit hohem Druck und hoher Temperatur auf beide Oberflächen der Platte gepresst. Befilmte Sperrholzplatten besitzen eine höhere Resistenz gegen Abrieb, Feuchtigkeit, Chemikalien, Insekten- und Pilzbefall. Ihre Oberfläche ist glatt, hygienisch und leicht zu reinigen. Die Platten sind in dunkelbraun, hellbraun, grün, gelb, grau, rot und schwarz erhältlich. Außer der normalen 120 g/m2 Befilmung können die Platten auch mit dickeren Filmen geliefert werden. In letzter Zeit haben sich 170 g/m2, 220 g/m2 und 440 g/m2 Befilmungen wegen ihrer besseren technischen Eigenschaften immer mehr durchgesetzt. Durch Versiegelung der Kanten wird die Feuchtigkeitsaufnahme der Platten minimiert. Die befilmten Platten sind für eine Vielzahl von dekorativen Anwendungen verwendbar.

Feuchtigkeitseigenschaften von Sperrhölzern liegen bei der Auslieferung aus dem Werk gewöhnlich in einem Bereich von 7 bis12 %. Nach Auslieferung kann sich der Feuchtigkeitsgehalt der Sperrhölzer während des Transports, der Lagerung und weiterer Behandlung verändern (gewöhnlich erhöhen). Wie alle anderen Holzwerkstoffe ist Sperrholz ein hygroskopisches Produkt und seine Abmessungen ändern sich bei Veränderungen der Feuchtigkeit. Aus diesen Gründen sind die Feuchtigkeitsbedingungen insbesondere dann zu berücksichtigen, wenn das Sperrholz am Einsatzort belastet wird.

Bläue- und Schimmelpilze können Farbfehler im Sperrholz verursachen. Schimmelpilze wachsen nur auf der Oberfläche von Holz. Bläuepilze benutzen Stoffe als Nahrung, die in Holzzellen gelöst sind, sie beeinträchtigen die Festigkeit des Sperrholzes somit nicht wesentlich. Die schädlichsten Insekten für Holz und Holzprodukte sind die Termiten. Birke, Fichte und Kiefer sind als Holzart nicht gegen Termiten resistent, aber aus diesen Arten gefertigtes Sperrholz kann durch den Zusatz von geeigneten Schutzmitteln während der Produktion termitenresistent gemacht werden.

Längerer Außeneinsatz von unbeschichtetem Standardsperrholz kann zur intensiven Einstrahlung von Sonnenlicht, das Ultraviolettstrahlen enthält, führen. Im Extremfall können die Holzfasern schließlich durch die UV-Strahlen zersetzt werden. Zweckentsprechend beschichtetes oder gestrichenes finnisches Sperrholz bietet guten Schutz gegen UV Einstrahlung und andere Witterungseinflüss,

Obwohl Sperrholz brennt, kann es über eine bessere Feuerbeständigkeit verfügen als viele andere Werkstoffe, die nicht brennen. Die Maßänderungen von Sperrholz infolge Temperaturänderungen sind äußerst gering und seine Verbrennungsgeschwindigkeit ist kleiner als z.B. bei Vollholz. Der Zündpunkt von Sperrholz bei Berührung mit offener Flamme liegt bei 265°C, während für die Selbstentzündung eine Temperatur von über 400°C erforderlich ist. Bei einem voll entwickelten Feuer verkohlt Sperrholz mit einer niedrigen voraussagbaren linearen Geschwindigkeit (ca. 0.6 mm pro Minute), die es ermöglicht, Sperrholz für bestimmte Feuerschutzkonstruktionen einzusetzen. Dieses Brandverhalten kann durch Imprägnierung und/oder Anstrich mit einem handelsüblichen Feuerschutzmittel oder durch Beschichtung des Sperrholzes mit nicht brennbaren Folien noch verbessert werden.

Schall wird durch Luft und Konstruktionen übertragen. Die Luftschalldämmung ist von der Dichte des Dämmstoffs abhängig. Sperrholz ist ein guter Dämmstoff im Verhältnis zum Eigengewicht. Aus diesem Grund ist Sperrholz ein geeigneter Werkstoff für Lösungen zur Verbesserung der Akustik. Die Schalldämmeigenschaften von Sperrholz können durch Sandwich-Konstruktionen und durch Luftspalte zwischen den Elementen verbessert werden. Hinsichtlich der Schalldämmung ist wichtig, dass in den Fugen von Konstruktionen oder Elementen keine Spalte offen bleiben.

Sperrholz besitzt eine gute Beständigkeit gegen schwache Säuren und saure Salzlösungen. Alkalilaugen weichen die Oberfläche auf. Direkter Kontakt mit Oxidationsmitteln wie z.B. Chlor, Hypochlorite und Nitrate sollte vermieden werden. Alkohol und einige andere organische Flüssigkeiten haben eine wasserähnliche, d.h. quellende und leicht festigkeitsmindernde Wirkung. Petroleum hat, abgesehen von einer Verfärbung, keinerlei Wirkung. Phenolharzbefilmungen und GFK-Beschichtungen erhöhen die chemische Beständigkeit von Sperrholz wesentlich.